Parkinson

Die Parkinson-Krankheit bzw. Morbus Parkinson ist eine langsam fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Sie beruht auf einem Mangel bestimmter Botenstoffe im Gehirn. Diese Botenstoffe, auch Neurotransmitter genannt, übertragen Signale in Form von elektrischen Reizen von Nervenzelle zu Nervenzelle. Bei Parkinson ist, insbesondere durch den Mangel des Botenstoffs Dopamin, die Weiterleitung von Bewegungssignalen, durch die die Bewegungsabläufe unseres Körpers gesteuert werden, gestört. Dies führt zu den Hauptkrankheitsmerkmalen wie Muskelstarre (Rigor), Bewegungsarmut, Bewegungssperre (Akinese), Zittern (Tremor). Neben diesen Bewegungseinschränkungen und motorischen Störungen leiden Parkinsonpatienten häufig an sensorische Symptomen (Minderung des Geruchssinns, Missempfindungen, Gelenk- und Muskelschmerzen), Kreislaufstörungen, Blasenfunktionsstörungen, Durchfall, Verstopfung und psychischen Veränderungen (Depression, Sinnestäuschungen, Demenz).

Verursacht wird der Mangel an Dopamin durch das Absterben der dopaminproduzierenden Zellen. Eine exakte wissenschaftliche Erklärung dafür, warum es bei manchen Menschen zu einem Untergang dieser Zellen kommt, gibt es nach wie vor nicht. Nur bei einem kleinen Teil der Patienten lässt sich die Erkrankung auf konkrete Ursachen zurückführen, etwa Vergiftungen, Unfälle oder Medikamente. Die Häufigkeit der Parkinson-Krankheit nimmt mit dem Alter zu. Etwa 10 Prozent der Patienten sind bei Diagnosestellung jünger als 40 Jahre. In der Regel fällt die Erkrankung zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf. In der Gesamtbevölkerung sind zwischen 100 und 200 pro 100.000 Personen betroffen. Bei Personen älter als 60 ist etwa einer von 100 erkrankt.

Da sich zerstörte Nervenzellen nicht wieder herstellen lassen ist eine Heilung der Parkinsonerkrankung nicht möglich. Doch dank verschiedener therapeutischer Maßnahmen lässt sich ein Fortschreiten der neurologischen Störungen deutlich verzögern, Symptome können gelindert und dadurch die Beschwerden und Beeinträchtigungen erheblich vermindert werden. Zur umfassenden Therapie des Parkinsonsyndroms gehören die medikamentöse Behandlung, Physiotherapie, psychosoziale Betreuung und in Einzelfällen auch operative Maßnahmen. Bei der medikamentösen Behandlung geht es in erster Linie darum, den bestehenden Dopaminmangel auszugleichen und so die Bewegungsstörungen zu reduzieren. Zusätzlich werden Medikamente verordnet, die die oben beschriebenen Begleitsymptome lindern.

Generell muss die Einnahme von Parkinson-Medikamenten ärztlich kontrolliert und die Dosierung genau festgelegt werden, um das Auftreten von Nebenwirkungen zu minimieren. Einige wenige Arzneistoffe sind auf der PRISCUS-Liste aufgeführt. Sie werden zur Therapie bei älteren Patienten ausdrücklich nicht empfohlen (Quelle: www.priscus.net):

Wirkstoff Mögliche Nebenwirkungen, von denen insbesondere ältere Patienten betroffen sind Medikamente sollten bei folgenden Begleiterkrankungen möglichst nicht verabreicht werden Therapiealternativen Maßnahmen, falls der Arzneistoff trotzdem zum Einsatz kommt
Ergotamin
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Herz-Rhythmusstörungen
  • Durchblutungsstörungen

 

 
  • Kontrolle möglicher Nebenwirkungen
  • möglichst niedrig dosiert
Dihydroergocryptin, Dihydorergotoxin
  • Schwindel
  • Blutdruckabfall
  • Gangunsicherheit
  • Übelkeit, Erbrechen
 
  • andere Parkinsonmedikamente
  • Kontrolle der Herz-Kreislauffunktion
  • Kontrolle des Blutdrucks
  • EKG- und Echokardiografie
Clozapin
  • erhöhtes Risiko für Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
  • erhöhtes Risiko für Agranuzytose (starke Verminderung der Granulozyten im Blut)
  • anticholinerges Syndrom
  • Blutdruckschwankungen
  • Erkrankungen mit erhöhter Anfälligkeit für antcholinerge Effekte (Glaukom, Delir, Störungen bei der Blasenentleerung)
  • Blutbildveränderungen
  • Hypotonie, Schwindel, erhöhte Sturzgefahr
  • Störungen des zentralen Nervensystems (Demenz, Epilepsie)
  • Parkinson
  • Herzerkrankungen
  • Leberfunktionsstörungen (Leberinsuffizienz)
  • Niereninsuffizienz
  • Vergiftungen (Medikamente, Alkohol)
  • andere Neuroleptika
  • Perazin
  • Melperon
  • Pipamperon
  • Kontrolle der Verträglichkeit und möglichen Nebenwirkungen (Parkinsonsyndrom, Sturzprophylaxe)
  • Kontrolle des Blutbildes
  • Kontrolle der Leberfunktion
  • Kontrolle der Herz-Kreislauffunktion (Blutdruck, Puls, EKG)
  • Kontrolle der Nierenfunktion
  • Kontrolle des Körpergewichts
  • Kontrolle des Blutzuckers
  • Kontrolle des Blutspiegels
  • EEG-Kontrolle
  • Dosierungskontrolle/-anpassung