Glossar

anticholinerges Syndrom
Unter diesem Begriff werden Symptome zusammengefasst, die durch anticholinerg wirkende Medikamente (Anticholinergika) hervorgerufen werden. Dazu gehören: Mundtrockenheit, Verstopfung, Sehstörungen, Steigerung der Herzfrequenz, Schwindel, Verwirrtheit, Angst und Unruhe.
Anticholinergika
Medikamente, die sich gegen die Wirkung von Acetylcholin richten. Acetylcholin ist ein wichtiger Nervenbotenstoff, der u. a. für die Erregungsübertragung zwischen Nerv und Muskel zuständig ist. Anticholinergika werden z. B. zur Therapie von Harn- und Dranginkontinenz, Parkinson, bei zu langsamen Herzschlag (Bradykardie) und Herz-Rhythmus-Störungen eingsetzt.
Arteriosklerose
umgangssprachlich oft Arterienverkalkung oder Arterienverhärtung genannt. Ablagerungen an den Gefäßinnenwänden, sogenannte Plaques, führen nach und nach zu einer Verhärtung und Verdickung der Gefäßwände. Die Folgen sind eine schrittweise Verengung des Gefäßvolumens sowie nachlassende Elastizität der Gefäße. Arteriosklerose zählt zum Kreis der Zivilisationskrankheiten, denn unser Lebensstil und die Lebensumstände tragen zu einem großen Teil zur Entwicklung einer Arteriosklerose bei. Hauptrisikofaktoren sind Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, Übergewicht, Rauchen, Bluthochdruck und Stress.
Compliance
Compliance, in der Medizin häufig als Therapietreue übersetzt, bezeichnet die Mitarbeit des Patienten bei der Therapie und seine Bereitschaft, ärztliche Verordnungen und Empfehlungen zu befolgen. Für die Arzneimitteltherapie bedeutet Compliance die exakte Einnahme der verordneten Medikamente gemäß des Therapieplans. Im ursprünglichen Verständnis ist Compliance ausschließlich auf das Verhalten des Patienten bezogen. Um deutlich zu machen, dass das Einhalten von Therapieplänen und damit auch der Therapieerfolg nicht allein in der Verantwortung des Patienten liegen, setzt sich im medizinischen Sprachgebrauch immer stärker der Begriff Adhärenz durch. Adhärenz bezeichnet die Einhaltung der gemeinsam von Arzt und Patient gesetzten Therapieziele und bringt damit zum Ausdruck, dass Therapietreue eine Zusammenarbeit zwischen Arzt und Patient erfordert.
Geriatrie
Geriatrie, auch bekannt als Altersmedizin, befasst sich mit den Krankheiten des alternden und alten Menschen. Ärzte bestimmter Fachrichtungen (Innere Medizin und Allgemeinmedizin, Neurologie, Psychiatrie) können in Deutschland eine Zusatzweiterbildung in Geriatrie erwerben. www.dggeriatrie.de
Kontraindikation
Kontraindikation oder Gegenanzeige bezeichnet einen Umstand, z.B. Alter, bestimmte Vorerkrankungen, Verletzungen etc., der die Anwendung eines diagnostischen oder therapeutischen Verfahrens (u. a. auch die Einnahme von Medikamenten) ausschließt oder nur nach strenger Risikoabwägung zulässt. Man unterscheidet dabei zwischen absoluter und relativer Kontraindikation. Bei der absoluten Kontraindikaion muss auf die geplante Maßnahme verzichtet werden, da ihre negativen Auswirkungen für den Patienten zu riskant sind. Bei einer relative Kontraindikation kann die Maßnahme durchgeführt werden, wenn der erwartete Nutzen den zu befürchtenden Schaden aufwiegt.
Multimedikation
auch Polypharmazie bezeichnet die gleichzeitige Anwendung verschiedener Arzneimittel.
Multimorbidität
bezeichnet das gleichzeitige Vorhandensein mehrerer Krankheiten bei einer einzelnen Person. Da mit zunehmendem Alter die Anfälligkeit für bestimmte Erkrankungen steigt, ist Multimorbidität bei älteren Patienten stark verbreitet und bildet u. a.einen besonderen Schwerpunkt der Geriatrie.
Pharmakodynamik
beschreibt die biologischen Effekte eines Arzneistoffes auf den Organismus. Dazu gehören die Wirkmechanismen, die von der Dosierung abhängigen Wirkungen und unerwünschten Nebenwirkungen.
Pharmakokinetik
beschreibt, wie der Körper nach Gabe des Arzneistoffes reagiert. Dazu gehören sämtliche Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt, also seine Aufnahme (Absorption), die Verteilung im Körper (Distribution), der biochemische Um- und Abbau (Metabolisierung) sowie die Ausscheidung (Exkretion).
Wirkprofil
Teil der Pharmakodynamik, wird durch Art und Ort der Wirkung des Arzneistoffes bestimmt.
Therapietreue
siehe Compliance